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Performance 1996 – 2025

Performance kommt aus dem Englischen und bedeutet mehr, als die wörtliche Übersetzung Vorstellung. Eine Performance integriert Elemente des Theaters und des Raumes, der bildenden Kunst, der Tanz- bzw. Körpersprache, der Musik sowie der Sprache. Eine Performance ist sozusagen die Quintessenz der Kunstformen. Die autobiographischen Züge des Künstlers geben oft der Performance ihr Gesicht.

Mit einer Performance riskiert der Künstler, die Künstlerin, weitaus mehr als auf der Leinwand oder hinter der Kamera. Denn der allerwichtigste Faktor und Merkmal für die Performance ist die Spontaneität bzw. der direkte Austausch mit dem Publikum.

Ich habe zwar eine Vorstellung von dem, was ich gerne in einer Performance ausdrücken möchte, aber die Performance kann nur wirklich authentisch werden, wenn ich das Scheitern dieser Vorstellung vor Ort riskiere.

In einer Performance bin ich nackt und hoffe darauf, dass das Publikum mich in meiner Nacktheit annimmt.

Aus dem Kontext

1996

Lutherkirche Baden-Baden

Mit Texten aus über 2000 Jahren (u.a. von Ingeborg Bachmann, Camille und Paul Claudel, Josef Beuys, Jesus Christus, Ernesto Cardenal, Bert Hellinger, Hildegard von Bingen, John Irving, Frida Kahlo und Alice Walker) webt Carter den Stoff zu einer Fantasy-Talk-Show mit brisantem Inhalt. Den Auftakt gibt Christa Wolf mit dem Satz: "Ich will zusammentragen, was mich, uns zu Komplizen der Selbstzerstörung macht, was mich, uns befähigt, ihr zu widerstehen."

Candace Carter, treu dem eigenen Vorbild auf der Vorderseite ihres "Frauenaltars", lädt nochmals zu Tisch ein. Und diesmal sind alle dabei: die Leidenden, die leidenschaftlich Verliebten, die Helden, die Heiligen und die Revolutionäre, die Verrückten und die Verzweifelten, die Visionäre und die Weisen. Gewalt, Lust, Kreuz, Befreiung, Tod und Auferstehung--es wird lebhaft diskutiert über die Grundthemen des menschlichen Daseins, um die Frage "Woher die Kraft zum Heilen nehmen?"

Carter führt Beuys Behauptung "Jeder Mensch ist ein Künstler" einen Schritt weiter: im Sinne der Hildegard von Bingen sieht auch sie den Menschen als "plenum opus Dei", alls volles Geschöpf Gottes, berufen in seiner Ganzheit von Geist und Körper-ProphetIn und PriesterIn zu sein. Der Mensch ist das Medium-multibegabt, beschenkt und ausgestattet mit einer sinnlich-unstillbaren Sehnsucht nach der Begegnung mit dem gänzlich Andersartigen.

Carter verwirklicht ihre "Multi-Media-Mensch-Show" zusammen mit der Schauspielerin Gabriele Röser-Dümmig, der Lyrikerin Sabine Hanke und der Harfinistin Simone Geyer. Und, dem Prinzip der weiblichen Vielfalt und des Johannes Evangeliums ("---und das Wort ist Fleisch geworden...") folgend, wird "bei Leibe" nicht nur gedacht am "Tisch des Herrn", sondern auch getanzt, gesungen, geschrien, gestritten, geliebt und gelebt.

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1997

Ich rede schweigend und sehe
mit geschlossenen Augen…
Wer bewohnt mich?

Matthiaskirche Mannheim

 (keine Dokumentation der Arbeit)

1997

Priesterinnen

Freiburg Universität

Die Performance wurde von Candace Carter gemeinsam mit Edith Weishaupt und Helga Lutz an der Universität Freiburg aufgeführt. Im Mittelpunkt stand die Interpretation von und der Dialog mit ihrem 1991/92 entstandenen Triptychon, dem ‚Frauenaltar‘. Die digitale Version der Performance basiert auf einer Live-Aufnahme auf VHS-Kassette. Trotz der geminderten Bildqualität und des fehlenden Tons vermittelt sie einen authentischen Eindruck der Inszenierung.

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1998 

Verrückt Entrückt
Radikale Diskontinuität

Würzburger Symposium

Rothenburg ob der Tauber

Sokrates erkennt vier Bereiche des "gottgewirkten Wahnsinns" an: Prophezeiung, Heilung, Poesie und Liebe. Carters Fragt: Wenn Gott immer anders ist, wie ist das Andere göttlich? Sind Heilige nicht gott-trunkene Besessene? Und weitere "Borderliners"? Integrieren oder domestizieren wir Lust und Leid, Wahn und Wahrnehmung, Behinderung und Begabung, Kunst und Chaos? Eckpfeiler Carters künstlerischen Überlegungen sind die schöpferischen und heilenden Aspekte, die sich aus der Berührung mit Sprachlosigkeit, Ohnmacht und Gewaltanschauung entwickeln. Die "formlose Form" einer Performance würdigt und bezieht auch die Schwingungen von Zuschauer:innen und Raum mit ein. Die digitale Version der Performance wurde von einer Live-Aufnahme auf VHS-Kassette erstellt. Trotz der geminderten Bildqualität und des fehlenden Tons vermittelt sie einen authentischen Eindruck der Inszenierung.

1998

Besetzung oder Bewohnung--Hingabe oder Hysterie

Abdinghofkirche Paderborn

sowie

Evangelische Akademie, Bad Boll

Die Performance beinhaltet eine freie Inszenierung und Interpretation des zweiten Teils von Gustav Mahlers 8. Sinfonie. Sie fand in der im Jahr 1016 gegründeten Abdinghofkirche in Paderborn und an der Evangelischen Akademie, Bad Boll, statt. Die digitale Version der Performance wurde von einer Live-Aufnahme auf VHS-Kassette erstellt. Trotz der geminderten Bildqualität und des fehlenden Tons vermittelt sie einen authentischen Eindruck der Inszenierung.

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1999 

Atem-los Breath-less​

Städtische Galerie Karlsruhe

Zum Thema Suizidgefährdung

In Kooperation mit dem
AKL - Arbeitskreis Leben,
Hilfe bei Selbstmordgefährdung.

 

Einsamkeit kann töten. In dieser Performance sucht eine Frau nach Beziehungen, die sich jedoch in Luft auflösen. Verzweifelt verkleidet sie sich in leer gebliebenen Hülsen. Auf allen vieren wandert sie durch den Raum, in der Hoffnung, jemand zieht ihr die Plastiktüte vom Kopf, bevor sie erstickt.

Für Candace Carter ist Performance keine fertige, durchgestaltete und geübte Kunstform wie zum Beispiel das Theater. Das Element des ‚Nicht-wissens, wie es ausgeht‘ soll bleiben. In diesem Fall verlässt eine Frau im Publikum ihre Zuschauerrolle und nimmt der Performerin die Plastiktüte vom Kopf.

 

2000

Ich bin ganz da aber woanders

Performance und Ausstellung

Galerie NO, Baden-Baden

 (keine Dokumentation der Arbeit)

2001

Hingeschaut zur Wunde:
Kreuz-Wege und Bladerunners

Glasperlenspiel Asperg bei Ludwigsburg

Gemalt, geschrieen, geschrieben: Kreuz und Weg, sich an der Schnittstelle der Frage bewegend: Kann die Sehnsucht zum Leben die Angst vor dem Sterben besiege? Drei "Bladerunners" (Wörtlich übersetzt: "Die, die an des Messers Schneide rennen"), deren Wege sich im Querdialog kreuzen: Etty Hillesum, Niederländerin, in Auschwitz ermordete Jüdin und Gottesschauerin; Maxie Wander, Wienerin, in der DDR an Krebs gestorbene sozialistische Schriftstellerin; Candace Carter, Amerikanerin, in Deutschland lebende Künstlerin, bipolar geprägt und jene Ausführende, die den Ariadnefaden der nach Leben dürstenden und den Tod mutig anblickenden Wahrheitssuchen der drei Frauen spinnt.

2004

Terre Nouvelle

Performance und Austellung

Galerie Dahn, Dahn

 (keine Dokumentation der Arbeit)

2005

Entrahmt…
DoDadaDo DadaDadaDo

Performance und Ausstellung Orgelfabrik Karlsruhe

Es lebe Dada!!! Wie damals in Berlin… Hommage an Hannah Höch!! 

 

No(n)sense… Wortfetzen…Scribbles…Soundscraps…Art play and play on art!

Wer malt, dichtet, rappt, tanzt, komponiert, singt, spielt, filmt, Hunde´ausführt oder Bäume pflanzt ist herzlich willkommen!  I need you um die Ausstellung zu hängen!!!

Bringen Sie Ihre Kinder, Ihre Haustiere und Ihre Großmutter mit!

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2010

19. Musiktage Mannheim

Performance in der Reihe ,,Musik, Philosophie, Religion, Satire, Politik "

Mannheimer Kunstverein

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 (keine Dokumentation der Arbeit)

2010

Sin und Sinn -
7 Todsünden 8 Seligpreisungen

1999 

Performance und Ausstellung GEDOK Karlsruhe

Die Sieben Todsünden üben seit Jahrhunderten eine Faszination auf Künstler aus. Angefangen bei Dante über Hieronymus Bosch, Otto Dix und Kurt Weill bis hin zu David Finchers Verfilmung von Sieben sowie Online-Spielen wie z. B. Sacra Terra. Candace Carter setzt die Todsünden in Kontext mit den Acht Seligpreisungen Jesu aus dem Matthäusevangelium. Dabei verlässt Carter die dualistische „Entweder-oder“-Schiene von Gut oder Schlecht, Verdammnis oder Rettung, um auf die Suche nach dem „Sowohl-als-auch“ von Beziehung, Synthese und Wandlung zu gehen.“

 

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2017

Gegenüber

Performance und Ausstellung Schlachthof Karlsruhe

Innen, Außen, Schauen, Durchschauen, Einrahmen, Ausrahmen, Trennen, Mixen, Durchschichtig, Vielschichtig.

Life is a Peepshow.

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2025

Evolving

Lesung/ Performance

Städtische Galerie Karlsruhe

Gelesen wird aus Candace Carters neuen Heftreihe Evolving, die künftig im jährlichen Rhythmus erscheinen soll. Evolving folgt dem roten Faden ihres persönlichen Werdegangs, sozial wie spirituell, den sie seit 1980 in Tagebuchform dokumentiert. Der erste Band umfasst den Zeitraum von Februar 1980 bis Juli 1987. Dabei übernimmt Carter  eine Doppelrolle: Als Kommentatorin reflektiert sie ausgewählte Zitate aus ihren eigenen Einträgen und lässt die Leser:innen teilhaben – an Zweifeln ebenso wie an Reifung und Erkenntnis.

Begleitet wird sie von vier jungen Künstlerinnen: Elena Karcher, Marlene Kuppinger, Clara Magarin und Stella Marusch. Inspiriert und im Dialog mit den Texten wird sich ein multimediales Event aus Wort, Bild, Body und Klang evolven.

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Fotografien: Paul Max Fischer
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